Warum ich nicht in die UdSSR zurückkehren will. Iwan Bahrjanyj.

Warum ich nicht in die UdSSR zurückkehren will. Iwan Bahrjanyj.

Beim Hören des 40-minütigen Hörbuchs erinnerte ich mich an meine Kindheit.
In der Grundschule sollten wir die sowjetische Nationalhymne auswendig lernen. Mein Vater erlaubte mir damals, sie nicht zu lernen. Meine Mutter sagte hingegen, ich solle niemandem erzählen, was mein Vater gesagt hatte, und die Hymne trotzdem lernen.
Mein Vater wurde in Kopeisk in der Region Tscheljabinsk geboren, weil seine Eltern nach Sibirien verbannt worden waren. Die ganze Familie hatte für eine unabhängige Ukraine gekämpft und die UPA unterstützt. Dafür und weil sie als Kulaken galten, wurden sie bestraft. Viele wurden getötet.
Mein Großvater väterlicherseits wartete sein Leben lang auf den Zerfall der Sowjetunion, erlebte ihn aber leider nicht mehr. Was die Sowjets unserer Familie antaten, las ich zum Teil in seinem Tagebuch; anderes erzählten mein Vater und meine Großmutter. Deshalb weiß ich sehr gut, was russische Besatzung bedeutet.

Bahrjanyj erklärt alles knapp und klar.
Die Streitschrift entstand 1945 im Exil.
Jeder Ukrainer sollte sie lesen. Sie rührt zu Tränen und bleibt für immer im Gedächtnis.

Schon vor dem Krieg empfahl mir ein Kollege die App ABUK – das ist keine Werbung. Dort findet man gute ukrainische Übersetzungen sowie zeitgenössische und klassische ukrainische Literatur. Bahrjanyj kann man dort kostenlos hören.